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Die Evangelische Georgskirche in Dortmund Aplerbeck, eine romanische Kreuzbasilika aus dem 12. Jahrhundert, ist einmalig in der Dortmunder Kulturlandschaft: Mit ihrem ebenso alten bebilderten Taufstein, ihren kunstvollen gotischen Erweiterungen, ihrem eindrucksvollen Triumphkreuz – vor allem aber ihrer unvergleichlichen Atmosphäre, die Besuchende unmittelbar in ihren Bann schlägt. Doch ihr Wert wurde zeitweise nicht erkannt. Im 19. Jahrhundert zur Ruine verkommen, wurde sie erst im 20. Jahrhundert wieder als Kirche instand gesetzt. Diese und spätere Renovierungen erforderten von der Gemeinde sowie Förderinnen und Förderern immer wieder große finanzielle Aufwendungen. Ebenso die laufende Nutzung für Gottesdienste, Konzerte, Führungen, Ausstellungen und Lesungen – allein schon für Heizkosten. In den letzten Jahren flossen hohe Spendensummen vor allem in die Rettung der historischen Grabplatten.
Infolge von Bergbau und Industrialisierung im 19. Jh. sowie dem damit verbundenen Zuzug von Arbeitskräften wurde die mittelalterliche Georgskirche zu klein. Die Gemeinde entschied sich für einen großzügigen Neubau an anderer Stelle: Zwischen 1867 und 1869 entstand die Große Kirche an der Märtmannstraße, eine neugotische, dreischiffige Hallenkirche mit hohem Westturm, die 1.200 Personen Platz bieten sollte. Den Entwurf lieferte Christian Heyden, der zu den wichtigsten rheinisch-westfälischen Architekten der frühindustriellen Zeit und zu den Wegbereitern der Neugotik zählt. Der bis heute charakteristische, großzügige Raumeindruck ist nicht zuletzt dadurch bestimmt, dass die ursprünglich geplanten Seitenemporen nie ausgeführt wurden. Die Orgel stammt von der renommierten Firma Schulze & Söhne aus Paulinzella in Thüringen von 1870; die Kirche wird aufgrund ihrer hervorragenden Akustik gern für Konzerte genutzt.