Treffpunkt:
Sölder Straße 84, 44289 DO-Sölde 
Gemeindecafé
3. Donnerstag im Monat

  Mehr Informationen:
Bernd Ruhnau
 0231.402356
  weltladensoelde(at)georgsgemeinde.de

Die nächsten Termine:

15. November 2018, 19 Uhr    Treffen Eine-Welt-Kreis


Wir sind
eine Gruppe von ca. 10 evangelischen und katholischen Christen aus Sölde und Sölderholz. Der Eine-Welt-Kreis feierte im Jahre 2009 sein 20-jähriges Bestehen. 

Wir wollen
durch den Verkauf von fair gehandelten Waren die Lebenssituation der Menschen in den armen Ländern der Erde verbessern helfen und zu einer gerechten Verteilung der Güter beitragen. Dazu betreiben wir den Eine-Welt-Laden und gestalten selber, bzw. beteiligen uns an vielfältigen anderen Aktionen. Aus dem Erlös des Eine-Welt-Ladens erwerben wir Aktien der EDCS (jetzt Oikokredit-Bank), die Geld zu fairen Konditionen weiter verleiht.


Öffnungszeiten des
Eine-Welt-Ladens:

 jeden Mittwoch von 10-12 und 15-17 Uhr
 jeden Samstag von 10-12 Uhr

 nach den Gottesdiensten in Sölderholz. 

Wir bieten Produkte aus fairem Handel: Kaffee, Tee, Honig, Wein, Süßigkeiten und Papierwaren und an jedem ersten Mittwoch im Monat fair gehandelte Bananen. Nächster Bananenverkauf am 07.11.2018.


Fairer Handel in Europa

Die Schweiz ist unangefochten an Nummer eins, wenn es um den Pro-Kopf-Anteil an fair gehandelten Produkten geht. Auch die Brit*innen kaufen um ein Vielfaches mehr als die deutschen Verbraucher*innen. Warum ist das so? Und wo gibt es Gemeinsamkeiten? Welche Unterschiede sind da, wenn es um Bildungsarbeit im Fairen Handel geht? Und wie funktioniert Lobbyarbeit für den Fairen Handel in der EU? Welt&Handel hat sich umgehört und einige interessante Aspekte herausgefunden.
Absoluter Spitzenreiter, was die Ausgaben in Euro für Fairtrade-Produkte pro Kopf in den einzelnen Ländern angeht, ist die Schweiz mit 72 Euro im Jahr 2017. Beim Gesamtwert der im Land verkauften Fairtrade-Produkte ist Großbritannien mit seinen knapp 2 Milliarden Euro Umsatz Spitzenreiter. Die Schweiz ist mit 95 Prozent Marktanteil bei Rohrzucker und 54 Prozent bei Bananen derzeit nicht zu übertreffen. Auch ist der Marktanteil von Fairtrade-Kaffee mit 10 Prozent beachtlich (Vergleich Deutsch- land: 4,1 Prozent). Doch die Voraussetzungen in den jeweiligen Ländern sind völlig unterschiedlich. Die Schweiz gilt als "innovativer Fairtrade-Markt". Die Supermarktkette Coop hat beispielsweise ihr gesamtes Bananen-Sortiment auf Fairtrade-Bananen umgestellt. So lässt sich unter anderem der Marktanteil mit mehr als 50 Prozent erklären. In Deutschland hat das Fairtrade Siegel zwar eine große Bekanntheit und das Bewusstsein für nachhaltigen Konsum steigt, trotzdem bestimmen Kostenvor- teile das Handeln von Konsument*innen und dem Lebensmitteleinzelhandel. Die Qualität der Nahrungsmittel steht dabei nicht an erster Stelle. Mehr als 90 Prozent der Deutschen kaufen gelegentlich oder regelmäßig im Discount ein. Deshalb hat Fairtrade die Chance genutzt und ist dort hingegangen, wo die Menschen einkaufen - in Discount-Ketten wie Lidl, Aldi, Penny und Netto. Die Gründe für diesen länderspezifischen Unterschied haben Soziologen der Universität Zürich gemeinsam mit dem Institut für sozial-ökologische Forschung in Frankfurt erhoben. Sie befragten dazu 3.900 Einwohner*innen der Stadt Zürich und der Stadt Köln und analysierten in diesen Städten die Kaufgelegenheiten für Fairtrade-Produkte: Schweizer sind von fair gehandelten Produkten moralisch stärker überzeugt als Deutsche, außerdem ist in der Schweiz das Verkaufsangebot größer. Hingegen spielt die unterschiedliche Kaufkraft zwischen Schweizern und Deutschen keine Rolle.
Ein Vergleich mit Österreich und den Niederlanden
In Österreich geben Konsument*innen nur noch rund 10 Prozent ihres Einkommens für Lebensmittel aus. Beim Lebensmitteleinkauf wird dabei sehr stark auf den Preis geachtet. Das macht es für die Hersteller und den Handel schwer, Aufpreise für ökologische oder soziale Maßnahmen unterzubringen. In Großbritannien sind die Fairtrade-Kampagnen Fairtrade-Towns, Fairtrade- Schools und Fairtrade-Universities am erfolgreichsten. Eine große Mobilisierung der Zivilbevölkerung und das Engagement politischer Gemeinden führen dazu, dass der Faire Handel fest in der Gesellschaft verankert ist. Aber auch in Deutschland wächst das Engagement in der Zivilbevölkerung stetig an: Über 540 Fairtrade-Towns, 500 Fairtrade-Schools und rund 20 Fairtrade-Universities setzen sich für den Fairen Handel ein. In den Niederlanden wurde 1988 zur Einführung des Fairtrade-Siegels die erste nationale Fairtrade-Organisation gegründet. Seitdem ist die niederländische Fairtrade-Szene sehr stark. Hier hat z.B. die Supermarktkette PLUS ihr gesamtes Bananen- und Ananas-Sortiment auf Fairtrade umgestellt. Billig- Bananen bietet sie nicht mehr an. Deutschland führt, was den Fairtrade-Marktanteil an verkauften Blumen angeht mit 28 Prozent. Auch sind 73 Prozent der Fairtrade-Produkte auf dem deutschen Markt Bio-zertifiziert. Bei Bananen sind es sogar 100 Prozent, bei Kaffee tragen 77 Prozent des Fairtrade- Kaffees zusätzlich das Bio-Siegel.

aus Welt & Handel, Ausgabe 8